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Antifa Cafe: Der rechte Anschlag von Halle – Versuch einer Einordnung 17/12/2020

Inzwischen sind schon 19. Verhandlungstage und der erste Jahrestag des antisemitischen, rassistischen und frauenfeindlichen Terroranschlags am 9. Oktober 2019 in Halle vergangen. Aus den vielen Statements von Politik und Gesellschaft ist erwartungsgemäß nicht viel geworden. Im Laufe des Verfahrens wird immer deutlicher, dass BKA, Staatsanwaltschaft und Teile der Presse genau das zu zementieren versuchen, was sie angekündigt haben: Es handele sich um einen Einzeltäter der vollkommen losgelöst von allen gesellschaftlichen Einbindungen gehandelt hätte. Die Deutung über die Tat und ihre gesellschaftlichen Bedingungsfaktoren darf die radikale Linke nicht dem Gericht und einer deutschen Mehrheitsgesellschaft überlassen. Dafür wollen wir auf die Leerstellen des Verfahrens und die Notwendigkeit einer kritischen Begleitung des Prozesses schauen. Im Vorfeld des ersten Jahrestags haben wir als Initiative 9. Oktober Halle eine Broschüre veröffentlicht, die Einblicke in die Ideologie des Täters und einen kurzen Abriss der Tat liefert sowie grundlegende Probleme eines staatlichen Gedenkens aufzeigt.

Dieser Vortrag wurde durch die Rosa-Luxemburg-Stiftung ermöglicht. Damit das Antifa Café nach den Einschränkungen durch Corona wieder im Nordpol stattfinden kann, freuen wir uns, wenn ihr dem Nordpol eine kleine Spende zukommen lasst oder Mitglied werdet. Infos bekommt ihr beim Nordpol.

Undercover Amazon Dortmund 14/12/2020

Hans (Arbeiter bei Amazon Dortmund) im Gespräch mit Mr. Pinguin

Mitten in der Corona Krise und kurz vor dem Weihnachtsfest sucht ein Unternehmen im Dortmund händeringend Arbeitskräfte: Amazon. Sozialdemokraten und Wirtschaftsförderung Dortmund gratulieren sich gegenseitig von Jahr zu Jahr über ihren Coup der Ansiedlung von Amazon im Dortmunder Norden. In den Tagen vor Weihnachten arbeiten über 3000 Beschäftigte in den Dortmunder Lagern von Amazon. Schon seit Jahren kennt der Aktienkurs des amerikanischen Unternehmen nur einen Weg, den nach Oben.  Jeff Bezos, Chef von Amazon und reichster Mann der Welt, wird es freuen. In unserem Gespräch mit Hans, einem Beschäftigten bei Amazon Dortmund, diskutieren wir die Arbeitsbedingungen bei Amazon und werfen einen Blick auf die Ausbeutungspraxen eines der größten „Arbeitgebers“ Dortmunds.

Strike Demo in Berlin gegen Bild-Zeitungspreis an Jeff Bezos. (2019)

Nicht zuletzt geht es ebenfalls um die Organisierungsversuche der Lohnarbeiter.innen beim US-Konzern weltweit. Weitere Informationen zur weltweiten, autonomen Arbeiterorganisierung findet ihr unter: amazing workers | united across borders (wordpress.com)

„Pack Dein Strickzeug weg, Kaschiebe, du blamierst uns!“ – Eine Bearbeitung des Hörspiels „Die Weiberbrigade“ nach Inge Müller 12/12/2020

Intro zur Einordnung des Hörspiels mit den Produzent.innen.

Im Intro erfahrt ihr, wer die Produzent.innen sind, eine kurze Einführung in die Thematik des Hörspiels „Die Weiberbrigade“ von Inge Müller sowie die Ideengeschichte der Bearbeitung des Hörspiel und seine Umsetzung. Weitere Informationen zu den Produzent.innen findet ihr unter:

https://www.instagram.com/ilsevida/ | @ilsevida https://twitter.com/Ilse_Vida | @Ilse_Vida

Zum weiterführenden Literaturhinweis: Karstadt waren wir, von Olivia Golde aus dem Jahre 2020 findet ihr weitere Informationen unter: http://www.trottoirnoir.de/?page_id=415

Hörstück von Justina Fink / Hannah Maneck / Hannah Ruoff / Leipzig 2020 (50 Minuten, in deutscher Sprache)

Das Hörstück ist Hörspiel, Feature, Diskussion und Klangcollage gleichermaßen. Dabei erzählt das Hörstück die Geschichte von Jenni Nägle und ihrer „Weiberbrigade“, die als Schlosserinnen 1960 im Kombinat „Schwarze Pumpe“ arbeiten und leben. Die Geschichte erzählt von den Alltagskämpfen von Kaschiebe, Vera und Jenni und den anderen Menschen in der Brigade und im Kombinat, ihrer gelebten oder auch fehlenden Solidarität; von Ehe, Kindererziehung und Sexualität. Dabei kommentieren die Sprecherinnen, drei Leipziger Rentnerinnen, was sie lesen und erzählen ihre Perspektive auf die Frauen*politik der DDR.

Ergänzt wird dieser Teil der Erzählung sowohl durch den historischen Blick in Alexandra Kollontais Thesen zur Sexualmoral, sowie durch den Blick in Inge Müllers Produktionsprozess und ihre Stellung als Autorin in der DDR. Das Hörstück fragt wie Sorge- und Hausarbeit anders organisiert sein könnte. Es fragt wie das Verhältnis von Arbeit, Geschlecht und Beziehungen durch ökonomische Abhängigkeiten strukturiert wird. Es fragt wie das binäre Geschlechtersystem zu überwinden ist.

Die Produktion wurde gefördert vom Fachschaftsrat Soziale Arbeit.Medien.Kultur der Hochschule Merseburg, dem StuRa der Uni Leipzig und den Fachschaftsräten Germanistik, Theater-, Politik- und Kulturwissenschaften der Uni Leipzig. Wir danken dem henschel SCHAUSPIEL Theaterverlag Berlin für die Stückrechte. 

Ausschnitte aus folgenden Liedern sind im Hörspiel zu hören:

“Nadezhda” von Anna German 

“A za Oknom to Dozh to Sneg” von Tamara Miansarova

“Damals” von Bärbel Wachholz

“Cherniy Kot” von Tamara Miansarova

“Verbesserungsvorschlag” von Oktoberklub

“The Drunken Happy End” von Mega Laottia

Antifa Cafe: Vom „Kleinen“ zum Großen? Rechte Politik auf lokaler Ebene 02/12/2020

Ein Blick auf die Kommunalwahlantritte von AfD, Die Rechte und NPD

Zur Unterstützung: Die Präsentation zum Vortrag zum selbst durchklicken

Am 13. September 2020 fanden in NRW die Kommunalwahlen statt. Eine Vielzahl an Gremien und Ämtern wurden neu besetzt – im Ruhrgebiet wurde mit zudem erstmals das „Ruhrparlament“ direkt von den Wähler*innen gewählt. Im Vortrag wird über die Wahlantritte neonazistischer und rechtsextremistischer Parteien in NRW informiert. Neben einem Blick auf Programmatik und Kandidierende wird dabei vor allem darauf geschaut, welche Bedeutung die jeweiligen Parteien der Kommunalpolitik zusprechen. Und ob es ihnen gelingt, diese Ansprüche umzusetzen.

Schwerpunkt des Vortrags ist die AfD. Denn trotz vieler innerparteilicher Probleme ist davon auszugehen, dass von dieser Partei weit mehr Vertreter*innen in die kommunalen Gremien einziehen werden, als das bislang in NRW der Fall war. Weiterhin werden mögliche Auswirkungen einer wachsenden Präsenz rechter Parteien auf kommunaler Ebene diskutiert, bevor thematisiert wird, welche Strategien gegen deren Einzug angewandt werden können. Und wie ein Umgang aussehen sollte, wenn die Mandatsträger*innen nach den Wahlen versuchen, sich auf kommunaler Ebene zu etablieren.

Der Vortrag fand am 13.08.2020 statt. Die Veranstaltung wurde durch die Rosa-Luxemburg-Stiftung ermöglicht. Weitere Infos und Veranstaltungsankündigungen unter: https://antifacafedortmund.noblogs.org/

Antifa Cafe: Behinderung als Benachteiligungskonstante – Perspektive auf Behinderung früher und heute. 18/11/2020

75 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkrieges stellt sich die Frage: Welche Konsequenzen haben wir gezogen. Helfen uns Menschenrechte wirklich immer weiter? Haben die Vereinten Nationen Unrecht besiegt? Für Menschen mit Behinderungen stellen sich diese Fragen tatsächlich existenziell immerzu. So gibt es erst seit 2009 gilt die UN Behindertenrechtskonvention in Deutschland, also explizite Menschenrechte für behinderte Menschen. Ist das genug? Werden Sie umgesetzt? Das alles und mehr diskutieren wir mit Constantin Grosch, Inklusionsaktivist und Politiker. Wer mag, kann zusätzlich im Archiv Behindertenbewegung reinlesen: https://archivbehindertenbewegung.org/

Die Veranstaltung wurde durch die Rosa-Luxemburg-Stiftung ermöglicht.
Das Antifa Café findet immer am zweiten Donnerstag im Monat statt. Weitere Infos und Veranstaltungsankündigungen unter: https://antifacafedortmund.noblogs.org/

Vor den Kontaktbeschränkungen hat das Antifa Café im Nordpol stattgefunden hat. Damit das ’nach Corona‘ auch noch möglich ist, freuen wir uns, wenn ihr unsere Lieblingskneipe finanziell unterstützt. Schreibt dem Nordpol dafür unter kontakt@nrdpl.org.

Gespräch mit Ali Şirin über die Broschüre „Trauer, Wut und Widerstand“ 15/11/2020

Mit der Broschüre „Trauer, Wut und Widerstand“ möchte das Bündnis Tag der Solidarität – Kein Schlussstrich Dortmund einige der antirassistischen Initiativen und Bündnisse in Deutschland vorstellen. Ihr Engagement hat viele Gemeinsamkeiten: Sie halten das Gedenken an die Betroffenen aufrecht, solidarisieren sich mit den Opfern rechter Gewalt und ihren Angehörigen, fordern Aufklärung und Konsequenzen.

Download:
https://tagdersolidaritaet.files.wordpress.com/2020/11/broschuere_trauer_wut_und_widerstand.pdf

Herausgegeben von:
Bündnis Tag der Solidarität – Kein Schlussstrich Dortmund
www.tagdersolidaritaet.wordpress.com

Teilgefördert durch:
Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW www.nrw.rosalux.de

Spenden:
Lückenlos e.V.
Betreff: Spende für Broschüre Trauer, Wut und Widerstand
GLS Bank
IBAN: DE 19 4306 0967 41

Dokumentation Kundgebung „Tag der Solidarität“ 09/11/2020

„Ich möchte, dass die Leute niemals vergessen, dass dieser Staat und seine Behörden uns erst geglaubt haben, als die Nazis sich 2011 selbst zu den Morden bekannt haben“ 

Dokumentation einer Audio-Collage, des Bündnis „Tag der Solidarität/ kein Schlussstrich Dortmund“ anlässlich des 9. Jahrestages der Selbstenttarnung des NSU.

Mehr Infos: https://tagdersolidaritaet.wordpress.com/
Twitter: @tdsolidaritaet
Facebook: https://m.facebook.com/tagdersolidaritaet/
Instagram: bundnistagdersolidaritat

Gegen die Mythen der Kameraüberwachung und das Regime des „sozialen Panoptismus“! 22/10/2020

Mr. Pinguin und sippurim

Seit den 1990er Jahren weitet sich die Kameraüberwachung von privaten und öffentlichen Räumen stetig aus. Ab November 2020 soll auch die Münsterstraße in Dortmund überwacht werden. Zur Begründung dieser Überwachung werden längst widerlegten Mythen von Sicherheit durch Kameras bemüht. Jedoch lässt sich die Zunahme von Überwachung und Kontrolle der städtischen Armen nicht außerhalb des Aufstiegs eines allgemeineren politischen Rahmens begreifen, der die Armut bestraft, um die Auswirkungen neoliberaler Politik auf das untere Ende der Sozialstruktur der Industrienationen in den Griff zu bekommen. Verschärfung von Polizeigesetzen und von Gefängnisstrafen insbesondere für Asylsuchende und Migrant*Innen sind integraler Bestandteil einer grundsätzlichen Umgestaltung des Staates in den letzten Jahrzehnten, die durch den Wandel der Lohnarbeit erforderlich wurde.

Textgrundlagen: Polizeiakte der AG Ausweitung Videoüberwachung der Polizei Dortmund; Mythen der Videoüberwachung entkräften von der Initiative „Kamera stoppen“; Smart City Dortmund? – Die Verdammten der Stadt in der Linse einer „smarten Ordnung – Streitschrift gegen Kameraüberwachung und „Smart City“, Hrsg. Die Umstürzenden Laternen, Januar 2020.

Free Licence Musik: Andrew Huang – Blunt; Silent Partner – Sad Past; Jan Chmelar – Bang it out; DMA Illan – Aggressive Symphony

Weitere Informationen zu Videoüberwachung und Widerstand:

https://kameras-stoppen.org/ & https://www.nocamdo.org/

Antifa Cafe: Aktualität des Rechtsterrorismus 13/10/2020

Parallel zum gesellschaftlichen Rechtsruck ist die Zahl rechtsmotivierter Gewalttaten in Deutschland stark angestiegen. Es sind aber auch qualitative Veränderungen festzustellen,  Mordanschläge, Bombendrohungen und enttarnte Planungen großer Anschläge werden leider immer häufiger. Im Juni 2019 ermordeten Neonazis den CDU-Politiker Walter Lübcke. Im Oktober 2019 versuchte ein Neonazis ein Massaker in der Synagoge von Halle zu verüben, als es ihm nicht gelang in das Gebäude einzudringen, ermordete er die zufällig anwesenden Passant*innen Jana L. und Kevin S. Im Februar 2020 ermordete ein Rassist in Hanau  Gökhan Gültekin, Ferhat Ünvar, Hamza Kurtović, Mercedes Kierpacz, Sedat Gürbüz, Kalojan Velkow, Fatih Saraçoğlu, Vili Viorel Păun, Said Nessar El Hashemi sowie seine Mutter Gabriele Rathjen. Seit dem Oktoberfestattentat 1980 in München forderte kein rechter Anschlag so viele Todesopfer wie die Morde von Hanau. Der Rechtsterrorismus hat damit an erschreckender Aktualität und Brisanz gewonnen.

Der Vortrag zeichnet die quantitativen wie qualitativen Veränderungen rechter Gewalt in den letzten Jahren nach und widmet sich ausführlich dem neuen Rechtsterrorismus. Dabei wird auch die Frage diskutiert, ob es die Gefahr zunehmend von „Einzeltätern“ ausgeht und wie das staatliche Vorgehen gegen Rechtsterrorismus zu bewerten ist.

Anschließende Diskussionen über den Vortrag „Aktualität des Rechtsterrorismus“.

Weitere Informationen findet Ihr unter: https://antifacafedortmund.noblogs.org

Für ein sozial-ökologisches Zentrum in Dortmund! 25/09/2020

Woher?

Seit Jahrzehnten gibt es in Dortmund Stimmen, die selbstverwaltete, unkommerzielle Räume fordern,  die möglichst arm an Hierarchien und allen, unabhängig von Alter, Gesundheit, Geschlecht, Vermögen, Hautfarbe, Muttersprache oder sexueller Orientierung, zugänglich sein sollen.  Forderungen nach verantwortungsvollerem Umgang mit der Umwelt, Anerkennung und Verlangsamung des Klimawandels und insgesamt nach größerer Ausgeglichenheit im Verhältnis zwischen Mensch und Natur sind mindestens genauso alt.

Weiterlesen unter: www.söz.org

Den ganzen Radio-Beitrag „Das Avanti-Zentrum in Dortmund“ aus dem Jahre 2014 findet ihr hier unter: https://www.freie-radios.net/66259