Pandemische Reflexe 07/05/2021

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Ein Hörstück von Mia Sellmann

„Wir waren plötzlich die Person, wir hatten die Rolle am vorsichtigsten zu sein, am ängstlichen zu sein, am besorgtesten zu sein und wir haben gemerkt wie ungewohnt diese Position für uns ist.“

Im gleichen Maß, wie wir in Zeiten der Pandemie Regeln befolgen, beobachten wir uns. Uns gegenseitig aber auch jede*r sich selbst. Ein Monolog aus vielen Stimmen erzählt von der kollektiven Suche nach dem Umgang mit einer unbekannten Situation, in der individuelles Handeln sich moralisch nur auf grobe Einschätzungen stützen kann.

Der Hörtext basiert auf Interviews, die die Autorin mit Menschen in ihrem Umfeld geführt hat. Sie hat sie nach ihren inneren Konflikten, Gewissensbissen, Gefühlen und Überzeugungen befragt, die sie mit sich herum tragen.

Mit der Musik von Laura Eggert werden Interviewtexte zu einem vielstimmige Geflecht aus Gedanken, Reflexen und Erzählungen collagiert, in dem einzelnen Farben und Formen sich wiederholen und kreuzen.

Musik: Laura Eggert
Dramaturgie: Almut Pape
Ton und Technik: Jakob Metzger
Regie: Mia Sellmann
Stimmen: Natascha Manthe, Lena Eggers, Harald Wissler, Neo Hulcker, Leonie Rodrian Almut Pape, Pia Rauschenberger, Doris Koch, Ted Fendt
Zeichnung: Wiebke Heiber

Danke an: Anne, Anette Violet, Axel, Helge, Jakob, Joana, Johann, Mara, Martin, Mechthild, Nina, Nina, Tim und MIKUB e.V.

Cancel Control-Cosmos? Fusion, Corona – oder how to party »nach Corona«? 29/04/2021

Der Zusammenhang Capulcu hat einen offenen Brief an die Fusion geschrieben und ihr Konzept für eine Umsetzung der Fusion unter Pandemiebedingungen kritisiert.
Im Gespräch zwischen Mr. Pinguin von Radio Nordpol und Lars von der Gruppe Capulcu geht es ausgehend von der Frage, inwiefern die Corona-Pandemie ein Treiber von Digitalisierung und staatlichen Bevölkerungsmanagements ist, um die Kritik am Testkonzept der Fusion und der Frage, wann und wie kann die Linke ein Jahr „social Distancing“ wieder überwinden und Perspektiven auf „unkontrollierte Orte“ und sehnlich vermisste Partys gewinnen.

https://de.indymedia.org/node/147184
https://capulcu.blackblogs.org
https://www.fusion-festival.de/de/x/testkonzept.de

Antifa Cafe: In bester Verfassung?! – Die Überwachung linker Bands durch den sächsischen Verfassungsschutz 26/04/2021

Nachdem im sächsischen Verfassungsschutzbericht des Jahres 2017 im Kapitel “linksextremistische Musikszene” lediglich zwei Bands aufgeführt worden sind, waren unter der gleichen Rubrik 2018 auf einmal elf Bands zu finden. Die gegen die Bands erhobenen Vorwürfe erwiesen sich als zurechtkonstruiert und nicht haltbar, bildeten aber für die Bands wie auch die Konzertorte, in denen sie aufgetreten sind, eine Bedrohung.

Darum beschlossen 2019 drei der betroffenen Bands, Klage gegen den Verfassungsschutz einzureichen – und hatten Erfolg!

Der Vortrag erläutert nicht nur überblicksartig die Geschichte und die Arbeitsweise des Verfassungsschutzes, sondern zeigt anhand dieses umfangreichen Falls auch, mit welch fragwürdigen Mitteln der Verfassungsschutz zu seinen vermeintlichen Erkenntnissen und Einschätzungen gelangt.

https://antifacafedortmund.noblogs.org/

Abhängen mit Anna – Samstag 10.04. – 21:00 – live 09/04/2021

Das Performancekollektiv Anna Kpok öffnet eine virtuelle Bar und lädt zum Abhängen ein. Wir wollen endlich wieder Menschen kennen lernen, alte Bekannte treffen, zusammen tanzen, auf neue Gedanken kommen, eure Texte hören und mit euch labern. Das geht gerade nur digital, also probieren wir mal was aus. Schmeißt euch ins Cluboutfit, kippt TK-Beeren ins Cocktail-Glas und kommt vorbei!

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Samstag 21:00 in der Oval Office Bar im Schauspielhaus Bochum oder live hier auf Raddio Nordpol.

Mehr Infos und Tickets unter
https://schaubude.berlin/de/inszenierungen/abhaengen-mit-anna
https://www.facebook.com/OvalOfficeBarBochum
https://radio.nrdpl.org/live

Gespräch mit prints of the people 22/12/2020

Hoodies, T-Shirts und Beutel fair produziert und bedruckt mit Motiven von Künstler*innen und politischen Projekten : „Prints of the People“ ist ein kollektives Projekt aus Dortmund mit dem Anspruch, ein solidarisches und faires Unternehmen aufzubauen, das allen Beteiligten die Möglichkeit geben soll, sich weniger den Zwängen kapitalistischer Produktions- und Verwertungsverhältnisse aussetzen zu müssen.

William (African Community Dortmund) und Lukas (Feinwasser) stellen das Projekt im Gespräch mit Radio Nordpol vor.

Den neuen Onlineshop von Prints of the People findet ihr hier: https://printsofthepeople.com

Gerdi und Gelbhörchen reisen in den Süden– Ein musikalisches Hörspiel 13/12/2020

von Jo und Renate und ganz vielen Freund*innen und Familien

Mitten in der dunkelsten Jahreszeit, in der Depression dieses Lockdowns, freuen wir uns, dass dieses Hörspiel uns mit auf die Reise nimmt: Gerdi und Gelbhörchen wollen mal aus Dresden weg! Sie fahren mit dem Zug nach Madagaskar und zum afrikanischen Kontinent und machen alles, was wir gerade nicht können: Sie leben, erleben Abenteuer, sind sehr kontaktfreudig und singen unablässig – unser Therapeutikum, wir empfehlen die abenteuerlichen Episoden in regelmäßiger Dosis!

Für ein sozial-ökologisches Zentrum in Dortmund! 25/09/2020

Woher?

Seit Jahrzehnten gibt es in Dortmund Stimmen, die selbstverwaltete, unkommerzielle Räume fordern,  die möglichst arm an Hierarchien und allen, unabhängig von Alter, Gesundheit, Geschlecht, Vermögen, Hautfarbe, Muttersprache oder sexueller Orientierung, zugänglich sein sollen.  Forderungen nach verantwortungsvollerem Umgang mit der Umwelt, Anerkennung und Verlangsamung des Klimawandels und insgesamt nach größerer Ausgeglichenheit im Verhältnis zwischen Mensch und Natur sind mindestens genauso alt.

Weiterlesen unter: www.söz.org

Den ganzen Radio-Beitrag „Das Avanti-Zentrum in Dortmund“ aus dem Jahre 2014 findet ihr hier unter: https://www.freie-radios.net/66259

»Maşallah Dortmund« – Gespräch mit der Künstlerin Tunay Önder 15/09/2020

von sippurim und Tunay Önder

Radio Nordpol im Gespräch mit der Künstlerin und Aktivistin Tunay Önder zu ihrem Projekt »Maşallah Dortmund« vom 17.-20.09. im Rahmen des Favoriten Festivals in Dortmund.

Wir diskutieren unter anderem das „große Lob an die Stadt Dortmund, weil es in Sachen Kanakisierung der Kultur Beispielhaftes hervorgebracht“ habe, die Frage nach möglichen kollektiven Räumen einer post:migrantischen Gesellschaft, das Projekt «Migrantenstadl«, das Potential von Humor in rassismuskritischer Arbeit sowie Perspektiven antirassistischer und post:migrantischer Kämpfe.

Alle Veranstaltungen im Rahmen des Favoriten-Festivals – das zum Thema Nicht/Arbeit stattfindet – sind kostenfrei für Arbeitslose, Dortmund-Pass-Inhaber*innen und im Zweifelsfall auch für Leute, die keine Kohle haben. Die meisten Veranstaltungen im Rahmen von »Maşallah Dortmund« sind ohnehin kostenfrei und es gibt immer auch noch Karten an den Abendkassen.

http://www.favoriten-festival.de/
http://www.favoriten-festival.de/event/masallah-dortmund
http://dasmigrantenstadl.blogspot.com/

#EKB 07 – Neoliberale Wege aus der Krise – oder: Alles Idioten! 16/06/2020

Nach längerer Pause aufgrund technischer Probleme melden sich Lotte und nerdist mit neuem Equipment zurück. In Folge 7 vom 4.6.2020 betrachten sie, was neoliberale „Denker*innen“ in den letzten Wochen an Strategien aufgebracht haben, um mit „WUMMS“ aus der Krise zu kommen. Und in „Und sonst so?“ ruiniert nerdist Lotte mit vielen schlechten Nachrichten endgültig den Tag.

Operation Mindfuck – Grundbausteine einer Figur der Aluhüte 30/05/2020

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Operation Mindfuck

 von sippurim und Mr. Pinguin

Wie sollte man der verborgenen Übereinstimmung gerecht werden, die eine meditierende, Shiva Shambo-singende und das Grundgesetz beschwörende selbstständige Vorstadtbewohnerin mit einer sonnenbankverbrannten, buddhistischen Kartoffel, einem völkischen Influencer und entschiedenem Landbewohner, einem veganen Hipsterkoch mit türkischer Migrationsgeschichte und Adoptiveltern, einem christlich-fundamentalistischen Popstar mit südafrikanisch-indisch-irischer Geschichte und eine ganze Serie von gelangweilten Hausfrauen, Fußballfans und heimatlosen Eckkneipenbewohner*innen verbindet?

Bild: CC BY-SA 2.0 | Piratenmensch / flickr.com

Selbstverständlich ist der Begriff des Aluhuts ist kein klassenanalytischer Begriff. Das Hippie-Mädchen und der Schläger-Neonazi, Parteichefs sogenannter „freiheitlicher“ Kapitallobbyist*innen und antiimperialistische Manchwachenwichtel, esoterische Impfgegnerin und kritische Kritiker des positivistischen bürgerlichen Wissenschaftssystems – eher eine verqueere Melange von Hyperindividualisten, denn eine Front.

Die Geschichten und Diskurse, die in die Emergenz der Figur der Aluhüte einwirken, sind vielfältig verschränkt. Wir benennen sie mit Warengesellschaft und Konsumismus, mit der Nachkriegs- bzw. Wissensgesellschaft samt ihrer Neigung zu »Infodemien«, mit dem Systemdenken seit der Kybernetik und dem Aufkommen der Counter Culture und Hippie-Bewegung, mit der Popkultur, die Verschwörungen so sehr zum ästhetischen Vergnügen wie sublimatorischen Verblendungszusammenhang macht sowie mit der paranoiden Tendenz kritischer Theorie.

Die Figur der Aluhüte ist so gesehen eine andauernde und unendlich fraktalisierte Schwundstufe – der Mindfuck, den die Anthropomorphose des Kapitals mit uns allen unternimmt.

Quellen: tiqqun – Grundbausteine einer Theorie des Jungen-Mädchens // tiqqun – Kybernetik und Revolte //     Joseph Vogl – Das Gespenst des Kapitals // Eve Kosofsky Sedgwick: Paranoid Reading and Reparative Reading, or, You’re so Paranoid, You Probably Think this Essay is About You //    Maximilian Netter – Robert Anton Wilson. Operation Mindfuck:  https://www.deutschlandfunkkultur.de/robert-anton-wilson-operation-mindfuck.3720.de.html?dram:article_id=377144 // Paula Treichler – An Epidemic of Signification // Wolfgang Haug – Kritik der Warenästhetik // Georg Seeßlen – „Die sind alle hinter mir her“, Das Kino liebt Verschwörungen, Zeit Geschichte 03/20 // Nürnberger Demo für medizinische Selbstbestimmung, 16 05 2020, Redebeitrag von Tobias aus Bamberg: https://www.youtube.com/watch?v=ZxHl9x_FkmU