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Was ist post-digitale Faschisierung? 24/07/2026

Seit einiger Zeit wird wieder breiter über Begriffe von Faschismus diskutiert, die gesellschaftlichen und inbesondere medialen Entwicklungen standhält. Monatlich erscheinen neue Bücher, Beiträge und Diagnosen. Kaum jemand erinnert sich, dass noch 2020, mit dem Ende der ersten Amtszeit Donald Trumps, die Diagnose, dass wir uns in einem umfassenden, transnationalen, globalisierten Faschisierungsprozess befinden, breit zurückgewiesen worden. Dabei ist die politische Funktion von Faschismen, in kapitalistischen Gesellschaftsordnungen multiple systemische Krisen zu stabilisieren, in linker Perspektive auch 2020 offenkundig gewesen: Die Verteilungskämpfe um ungleiche Zugänge zu Fürsorge, sozialer Sicherheit bis hin ungesicherten Überlebensmöglichkeiten werden nach Innen und Außen über die stereotypen Sündenböcke verdeckt. Entlang gewachsener Achsen der Ungleichheit wie Race, Gender, Sex, Class und Ability werden immer wieder und immer neue Figuren der Anderen als Bedrohungen installiert, die die Spaltungen und Segregationen nach Innen wie Außen vorantreiben – und hiervon sind linke Räume und Organisationsformen selbstverständlich auch betroffen. Längst wird deutlich, dass Gewalt als Strukturprinzip zeitgenössische liberale, imperiale und koloniale Prozesse transnational sichert – an Europas Außengrenzen, in neuen wie alten Kriegen ebenso wie in den europäischen Migrationsgesellschaften. In Geschichte wie Gegenwart erscheint Faschismus als Feld heterogener, sozialer, politischer und medialer Bewegungen. Deren Ideologien der Ungleichheit und Gewaltorientierung, des Völkischen und der Vormacht nationaler Reinheit und Wiedergeburt der Nation erfahren gerade ausgerechnet im Kontext eines hegemonialen Wirtschaftsmodells techfaschistischer Oligarchien transnational Auftrieb und treiben eine sich globalisierende Faschisierung voran.

im Rahmen der Reihe: Kommt der Faschismus heute aus dem Internet?

Doku: Podiumsdiskussion Gewaltschutz unter Druck 08/07/2026

Radio Nordpol dokumentiert die Podiumsdiskussion: „Gewaltschutz unter Druck – Zwischen Abhängigkeit und Autonomie“, die am 28. April 2026 in der Alten Feuerwache Köln stattfand.

Ankündigungstext:

Gewaltschutz ist keine Selbstverständlichkeit.
Viele der Strukturen, die heute Schutz, Beratung und Unterstützung für Betroffene patriarchaler Gewalt ermöglichen, sind aus feministischer Selbstorganisierung entstanden – gegen Widerstände und mit begrenzten Ressourcen.

Doch wo steht der Gewaltschutz heute?
Unter welchen Bedingungen arbeiten Beratungsstellen, Initiativen und Schutzräume?
Und was bedeutet es, wenn politische Prioritäten sich verschieben und die Relevanz von Gewaltschutz immer wieder neu verhandelt werden muss?

Gemeinsam mit Frauen helfen Frauen e.V., Feminist Law Clinic e.V., und der Frauenbegegnungsstätte UTAMARA e.V. möchten wir Perspektiven aus verschiedenen Bereichen feministischer Gewaltschutzarbeit zusammenbringen. Mit dieser Veranstaltung wollen wir einen Raum schaffen, um aus Erfahrungen zu lernen, uns zu beraten, zu vernetzen und so langfristig unseren Zusammenhalt zu stärken. Für ein Ende der Gewalt!

Mehr Infos unter: https://www.instagram.com/wirwollenunslebend_koeln/

Abseits der Öffentlichkeit – Die AfD in demokratischen Institutionen und der Spätfaschismus in der Verwaltung – Teil 3 18/04/2026

In diesem Dritten und abschließenden Teil der Reihe sprechen wir mit einem Mitarbeiter der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus NRW über den politischen Einfluss der AfD durch die Landschaftsversammlungen in NRW und ordnen die gesamte Entwicklung mit Toscarnos Begriff des Spätfaschismus ein. Außerdem ist endlich das Buch von Yannik Noes und seinem Alman-Kollegen Marcus Wiener angekommen.

Ein Beitrag von Radio Nordpol über Macht, Geschichte und den schleichenden Umbau demokratischer Institutionen von Innen auf dem Weg zum Faschismus.

Abseits der Öffentlichkeit – Die AfD in demokratischen Institutionen und der Spätfaschismus in der Verwaltung – Teil 2 18/04/2026

In diesem Zweiten von drei Teilen schauen wir auf rechtsextrem motivierte Angriffe auf Menschen mit kognitiver Behinderung und sprechen dazu mit einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin des Forschungsprojekt MAVIOPA, das diese konkreten Attacken untersucht sowie einem Menschen der Anti-Ableistischen-Aktion Ruhr.

Wir versuchen diese Entwicklung in einen gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang und die sich aktuell schon vollziehenden Veränderungen bei den beiden Landschaftsversammlungen in NRW bringen.

Ein Beitrag von Radio Nordpol über Macht, Geschichte und den schleichenden Umbau demokratischer Institutionen von Innen auf dem Weg zum Faschismus.

Lesung »Maideutsch« von Christian Geissler 13/04/2026

IN MEMORIAM THOMAS NÜCKEL (*31.01.1959 +30.03.2026)

Dem, was viele Zeitgenossen im Jahr 1985 für frischen Wind hielten, hat Geissler von Anfang an misstraut: »es ist bei windungen geblieben« – so resümiert er in seiner Rede.


Mitschnitt der Lesung von Thomas Nückel am 6.9.2009 im Buchladen und Kaffeehaus Taranta Babu in Dortmund. Die Lesung wird eingeleitet von Hasan Şahin vom Taranta Babu. Die Lesung war der Schlußpunkt eines mehrtägigen Radiostreamings im Rahmen der Proteste gegen den sog. Nationalen Antikriegstag der Dortmunder Naziszene.

Die vorgetragene Rede von Christian Geissler ist eine kritische Replik im Abstand von 20 Jahren auf die Bundestagsrede von Richard von Weizsäcker zum 40. Jahrestags des Kriegsendes am 8. Mai 1985. Christian Geissler hielt seine Rede genau dreieinhalb Jahre früher ebenfalls im Taranta Babu. Die Rede war der letzte öffentliche Auftritt vor seinem Tod.

· Um das überaus spannende Werk von Christian Geissler kümmert sich die Christian-Geissler-Gesellschaft, auf deren Webseite ihr mehr erfahren könnt.
· Der Text der Lesung ist nachzulesen in Ein Boot in der Wüste (Verbrecher-Verlag, 2020). Im Verbrecher-Verlag erscheint das Gesamtwerk von Christian Geissler.
· Transkription der Weizsäcker-Rede
· Christian Geissler bei Wikipedia

Lesung: Die Gottespest von Johann Most 11/04/2026

IN MEMORIAM THOMAS NÜCKEL (*31.01.1959 +30.03.2026)

Die Gottespest von John Most

Unter allen Geisteskrankheiten, welche „der Mensch in seinem dunklen Drange“ sich systematisch in den Schädel impfte, ist die Gottespest die allerscheuslichste

Der Klassiker der antireligiösen Kampfschriften von 1883 ist eine der weitverbreitesten Schriften der anarchistischen Religionskritik, die in viele Sprachen übersetzt wurde. Vorgetragen am 22. Januar 2016 im Nordpol / Dortmund von Thomas Nueckel.

Johann Most bei Wikipedia. Volltext bei marxists.org