XOXO – Kü$$chen & Blowjobs No.2 23/05/2020

von Nicole, Lou, Kris

In der zweiten Folge vom XOXO-Podcast unterhalten sich Nicole und Lou über das Männerwelten-Video, den Antilopen-Song über Oliver Pocher und was das mit den Prostitutionsgegner*innen zu tun hat, frühere Jobs und einen Vergleich zu Sexwork, der Frage was Abolitionismus bedeutet und wieso Menschen in Bezug zu Sexwork distanzlos sind. Ein kleiner Rundumschlag über aktuelle Geschehnisse , langfristige Diskurse und kleine Einblicke in Nicoles und Lous Erfahrungen.

Musik: Lady Bitch Ray & Tightill – PU$$YJUICE (prod. AsadJohn)

Kontakt: xoxo-podcast@riseup.net

Links: www.berufsverband-sexarbeit.de // http://www.madonna-ev.de // https://www.hydra-berlin.de // https://www.lola-nrw.de

Fat is a Feminist Issue – Essstörungen und weibliche Subjektivität im kapitalistischen Patriarchat 17/05/2020

von Koschka Linkerhand.
Im Rahmen von »No Future without Feminism – Online Edition« des Frauenkampftag Bochum

Der Zusammenhang von Essstörungen mit Schönheitsidealen und weiteren sexistischen Anforderungen an Frauen ist offensichtlich. Mit einer Analyse der weiblichen Subjektform kann man ihm gesellschaftstheoretisch zu Leibe rücken. Was hat die kapitalistische Sphärentrennung damit zu tun, dass Frauen immer auch verfügbarer und gebärender Körper sein sollen? Wie lässt sich ein emanzipatorischer Umgang mit dem tief eingebrannten Wunsch finden, gleichzeitig begehrenswert und autonom zu sein?

Lektürehinweise der Autorin: Theodor W. Adorno/Max Horkheimer, Dialektik der Aufklärung (bes. die Kapitel Odysseus und Kulturindustrie) // Magda Albrecht, Fa(t)shionista. Rund & glücklich durchs Leben // Lilli Gast, Magersucht. Der Gang durch den Spiegel // Roxane Gay, Hunger. Die Geschichte meines Körpers // Nina Mackert, #Übergewicht. Wie das Kalorienzählen zur Selbsttechnik wurde (unter geschichtedergegenwart.ch) // Susie Orbach, Antidiätbuch. Über die Psychologie der Dickleibigkeit, die Ursachen von Eßsucht // Susie Orbach, Bodies. Schlachtfelder der Schönheit

weitere Infos: www.frauenkampftagbochum.wordpress.com

Denkleinen #2 28/04/2020

Ein Denkraum von Johanna-Yasirra Kluhs, Jascha Sommer und Laura Strack

Denkleinen auswerfen! Dies ist eine Einladung zum Mitdenken. Mitdenken, was zur Zeit passiert. Und miteinander denken. Ohne Angst, mit Mut, mit Nachsicht, mit wachem Blick und Großzügigkeit. In Freundschaft. Treibgut sammeln. Spuren hinterlassen. Fragen erringen. Erfahrenes aufschreiben, solange es noch heiß ist. Widersprechen, dazwischenfahren, aufgreifen, weiterspinnen, verwerfen. Ab sofort, für unbestimmte Zeit, ohne Produktionszwang. Und ohne großen Aufwand. Frei von der Schnauze, im Schaum der Tage. Unmoderiert.

Warum es wenig Sinn macht, Corona mit Daten zu bekämpfen #2: Follow-Up zum Stand der Debatte um die Auswertung von mobilen Verkehrsdaten, Quarantäne-Apps und Digital Contact Tracing 23/04/2020

von sippurim und ben (aka Pilpul)

Kann man die Pandemie wirksam mit der Auswertung von Bewegungs- und Smartphonedaten bekämpfen?  Auf den sogenannten Corona-Apps lastet das Versprechen die einzige belastbare Technik zur Eindämmung der Pandemie zu liefern, solange es keinen Impfstoff gibt. Aber ihre Entwicklung in Deutschland und der EU stockt. Entgegen der Ankündigung, ist sie noch nicht veröffentlicht worden und es ist derzeit nicht klar, dass in absehbarer Zeit eine  digitale Nachverfolgung von Kontaktketten eingeführt worden sein wird. Die Gründe hierfür haben mit interessanten Spannungen zwischen Wissenschaftler:innen und Politiker:innen, Konflikten zwischen zentralisierten und dezentralisierten Ansätzen zu tun. In diesem zweiten Gespräch mit dem selbst in der Forschung zu Datenschutz, Privacy und IT-Security verorteten Ben diskutieren wir insbesondere die konkreten Updates im Entwicklungsprozess der Corona-App und stellen erneut die Frage linker Kritik, auch vor dem Hintergrund der inzwischen veröffentlichten, genauen Kritik von Capulcu.

Die Analyse von Capulcu, auf im Gespräch verwiesen wird, findet sich hier: https://capulcu.blackblogs.org/wp-content/uploads/sites/54/2020/04/Corona-App-final.pdf

Take Care! Politiken radikaler Sorge und die Möglichkeiten einer Biopolitik von unten – Radioessay #2 zu Ausnahmezustand, Biopolitik und die Corona-Krise 05/04/2020

von Mr Pinguin, Sippurim und sonja

Wie kann eine Kritik des autoritären Liberalismus aussehen? Wie können wir den Techniken der Individualisierung, Entpolitisierung und Entsolidarisierung entkommen, die lange schon den Spätkapitalismus prägen und in der Corona-Krise manche Leben prekärer machen als andere? Was kann der »Biopolitik von oben« entgegensetzt werden, die wir im ersten Teil dieses Podcasts diskutiert haben?
Ausgehend von einer Analyse der Geschichte neoliberaler Selbstführung und ihren verschärften Effekten unter den Bedingungen der Corona-Pandemie und ihrer Regierungstechniken, fragt dieser Beitrag nach einer anderen Biopolitik, einer »Biopolitik von unten«. Seit der zweiten Frauenbewegung und der Schwarzen Bürger*inrechtsbewegung sind Widerstandsmomente gegen liberale Gesundheitspolitiken tradiert, die Ansätze einer radikalen Politik der Sorge entwerfen, wie sie etwa schon in den sozialen Kämpfen während der AIDS-Epidemie mobilisiert worden sind. Queere, feministische und rassismuskritische Bewegungs- wie Theoriearchive bilden neue Politiken der Subjektivierung und der Solidarisierung, die von der Verflochtenheit spätkapitalistischer Leben in rassistische, heteronormative und sexistische Machtverhältnisse ausgehen.

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Warum es wenig Sinn macht, Corona mit Daten zu bekämpfen: Zum Stand der Debatte um die Auswertung von mobilen Verkehrsdaten, Quarantäne-Apps und Digital Contact Tracing 29/03/2020

von sippurim und ben

Kann man die Pandemie wirksam mit der Auswertung von Bewegungs- und Smartphonedaten bekämpfen? Das Versprechen, dass digitale Datenauswertungen und komplexe Modellierungen die Verbreitung des Virus zu verringern in der Lage seien, kann technisch nicht gehalten werden. Vielmehr verrät es viel über die politischen Hoffnungen und autoritären Wünsche, die mit solchen Maßnahmen verbunden sind. Im Gespräch diskutieren wir, welche Daten überhaupt wie ausgewertet werden können oder dürfen, was wir von den bisherigen Anwendungen in China und Südkorea lernen können und stellen die Frage nach dem Einsatz linker Kritik an solchen Datenauswertungen.

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