Klasse, Scham und Herkunft: Gespräch über die Uraufführung von Annie Ernaux’ »Der Platz« mit Intendantin Julia Wissert und Dramaturgin Hannah Saar vom Schauspiel Dortmund 20/10/2021

von Sippurim und Mr. Pinguin

Am 30.10.2021 findet am Schauspiel Dortmund die Uraufführung von Annie Ernaux’ Text »Der Platz« statt. Wir haben mit der Intendantin des Hauses und Regisseurin des Abends Julia Wissert und der Dramaturgin Hannah Saar über die Themen und Kontexte dieses Buches gesprochen, über eine Kritik der Gewalt der Klassengesellschaft, über Mythen des Bildungsaufstiegs, Herkunftsgeschichten, Scham als Werkzeug sozialer Kontrolle, aber auch darüber, welche Selbstbefragung zu Arbeit und Klassenverhältnissen am und mit dem Theater dieser Text aufwirft.  Die Zeit der für das Publikum geschlossenen Theater- und Kulturhäuser ist vorbei – doch hinter den Kulissen ist während des Lockdowns vielleicht sogar mehr denn je gearbeitet worden. Gleichzeitig setzt die neue Leitung des Hauses mit dessen Wiedereröffnung ein dezidiert politisches Programm. Welches Wissen oder welche Erkenntnis kann die bürgerliche Institution des Theaters dazu beisteuern wie eine Emanzipation von jenen Plätzen aussehen kann, die uns die Klassengesellschaft zuweist?

Informationen zu Terminen und Karten hier: https://www.theaterdo.de/produktionen/detail/der-platz/

Rückblende: #Klimakids 02/10/2021

Kaum ist es her, dass wieder hunderttausende junge Aktivist*innen von Fridays for Future am 24.09.2021 auf der Straße waren, um von der Politik eine Zukunft einzufordern. Nun ja, alle reden gerade von Instagram Filtern bei einen Selfie, wir vom Radio Nordpol tun dies nicht. Daher an dieser Stelle eine Rückblende auf die Hoffnungen, Träume und Ziele von Friday for Future Köln im Gespräch mit Aikio.

Mr. Pinguin im Gespräch mit Friday for Future Dortmund

Und Payton von Friday for Future Dortmund im Gespräch mit Mr. Pinguin unter anderem über die Frage: Wie antikapitalistisch sind die #klimakids?

Doku: Obdachlosen Hausbesetzung in Köln 14/09/2021

#Relevante Systeme: Gespräch & Musik mit Menschen, die in relevanten Systemen agieren.

In der Sendung gibt es Interviews mit den Bewohner*innen des besetzten Hauses „OMZ- Obdachlose mit Zukunft“ im Kölner Süden. Musik mit und von Simon Rummel.

Im Rahmen der Parade des SÖZ „Für eine Stadt von unten! Für ein gutes Leben für alle!“ führte Schneckel ein aktuelles Interview mit dem OMZ über die Notwendigkeit von Freiräumen in Köln und Dortmund.

„Almanya‘ ya Hoşgeldiniz“ – Willkommen in Almanya – Konzertmitschnitt 08/09/2021

Am 04.09.2021 fand auf dem Nordmarkt in Dortmund das Open-Air-Festival ‚Willkommen in Almanya – 60 Jahre „Gastarbeiter“‘ statt. Wir veröffentlichen nun einen Mitschnitt. Weitere Mitschnitte werden folgen.

https://radio.nrdpl.org/2021/09/01/almanya-ya-hosgeldiniz-in-60-open-air-festival-04-09/

Mikail Aslan Ensemble

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Cemil Qocgiri – tembur
Torsten de Winkel – bass
Günter Bozem – percussion
Gast: Yeksa Bakircian – voc

Mikail Aslan, größter lebender Sänger der zazakischen Kurden, genießt bei seinem Volk einen nahezu legendären Ruf. Er wurde 1972 in Dersim (Tunceli) geboren, in einer Zeit, in der es in der Türkei offiziell keine Kurden geben durfte. Die Grundlage von Mikaîl Aslans Repertoire bilden, neben seinen eigenen Kompositionen, traditionelle Lieder seiner Heimat mit musikalischen Wurzeln in den kurdischen, armenischen, persischen und türkischen Musikkulturen. Die meisten seiner Texte verfasst Aslan in seiner Muttersprache Zazaki, die mit dem Kurdischen und Persischen verwandt ist. In regelmäßigen Kollaborationen mit führenden westlichen Musikern entwickelt er seit vielen Jahren die Verknüpfung der vorderasiatischen Musikkultur mit Elementen aus europäischer Musik, Jazz, Pop und Folk. 

Mikail Aslan: „Das wichtigste, das ich über unsere Musik sagen kann, ist vielleicht… sie ist sakral – nach alter alevitischer Tradition, die bis auf die alttestamentarischen Sumerer und die Ursprünge unserer Zivilisation zurückgeht, ist Musik Gottesdienst. Unser Musikverständnis ist auch den Traditionen der Derwische verwandt.
Es gibt Tanzlieder, Liebeslieder, natürlich auch Eigenkompositionen und -dichtungen zu aktuellen oder historischen oder auch ganz persönlichen und emotionalen Themen.
Wir spielen auch Folklore, traditionelles Liedgut – doch egal, was wir spielen, wir versuchen stets, den mystischen Charakter der Musik zu bewahren. Zugleich ist unsere Musik offen – nicht in irgendeinem ethnischen Sinne begrenzt, sondern aufgeschlossen gegenüber der Begegnung mit anderen Kulturen.“

Und so trifft Mikail Aslan auch immer wieder auf große Musiker aus verschiedensten Kulturkreisen, bei dieser Gelegenheit auf Cemil Qocgiri, Günter Bozem und, am Bass, den deutschen Gitarrenvirtuosen Torsten de Winkel, musikalischer Partner viele Grammy-Preisträger von Pat Metheny bis Whitney Houston und Leiter des interkulturellen Bimbache openART Festivals.

Microphone Mafia

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Kutlu „Little Asia“ Yurtseven
„Segnore“ Rossi Pennino

1989 von Kids in Köln-Flittard gegründet, begleitet die Microphone Mafia uns auch hier in Dortmund schon seit vielen Jahren in verschiedenen politischen Zusammenhängen.
Im Radio Nordpol begleiten einige Microphone Mafia Tracks Hörspiele und Audio Features. 
Auf dem Nordmarkt gehen sie mit den Kids vor und auf der Bühne steil. Stabil!
https://www.microphone-mafia.com/ueber-uns

Kontrast

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Veli
Mustafa
Diyar

Veli, Mustafa, Diyar sind Musiker, Arbeiter und Pädagogen, die lange in Deutschland leben und ihre musikalischen Epen auf den Sprachen des Orients wiedergeben. Sie singen unteranderem Türkish, Kurdish, Armenisch aber auch Deutsch.
Ziel ist es durch die Musik, ältere Lieder mit Themen wie Migration, Assimilation, deas Leben im Exil und Armut oder Leidenschaft durch moderne Musikrichtungen zu kombinieren und den kommenden Generation – als Erbe – weiterzugeben. 

E-Mobilität ist das die Lösung? 07/09/2021

Jörn Boewe von Journalistenbüro Work in Progress stellte am 03.09.21 in Dortmund die Ergebnisse der Studie zur Sicht von Industriebeschäftigten auf die Themen: „Klimawandel, Mobilität und Transformation: „E-Mobilität – ist das die Lösung? Eine Befragung von Beschäftigten zum sozial-ökologischen Umbau der Autoindustrie“ vor. Welche Chancen und Hindernissen für eine sozial-ökologische Politik stehen in den Betrieben zur Diskussion. 

Eine Veranstaltung von radio.nrdpl.org, www.subversive-theorie.de & https://söz.org

Unter der Straße liegt der Strand! Für ein Ende des automobilen Kapitalismus! 07/09/2021

Eigentlich wissen alle Bescheid: Es geht ums Ganze! An dieser Stelle wissenschaftliche Fakten zu den Folgen der globalen Erderwärmung auszubreiten, würde daher vom Problem eher ablenken. Die Menschheit fährt sehenden Auges auf ihre selbst produzierte Katastrophe zu. Schon hält die Kulturindustrie zahllose Darstellungen bereit, die einen unbewohnbaren Planeten zeigen. Bei Wall-E können sich bereits Kinder mit einer vollkommen zugemüllten Erde vertraut machen, und beim dystopischen Hollywood-Drama Interstellar können wir voller Spannung die NASA bei der Suche nach einem bewohnbaren Planeten begleiten. Der Milliardär Elon Musk und andere Raumfahrt-Incels arbeiten tatsächlich bereits an derartigen Plänen. Jemand hat mal gesagt, dass es einfacher ist, sich das Ende der Welt vorzustellen, als das Ende des Kapitalismus.

Der Verkehrssektor trägt neben der Energiegewinnung am meisten zur Klimaerwärmung bei. In ihm manifestieren sich nicht nur unaufhörlicher kapitalistischer Wachstumszwang und aggressiver Standortnationalismus, sondern auf eine spezifische Weise auch patriarchale und neokoloniale Strukturen. In diesem Text wollen wir die Verflechtungen von Klimakrise, Autoindustrie und Herrschaftsverhältnissen umreißen. Wir wollen ihr aber auch etwas entgegensetzen und einen Weg aus der Misere skizzieren, mithin Umrisse kommunistischer Re-Produktion und Mobilität.

Am 03.09.21 referierte die Gruppe Eklat aus Münster auf Einladung von Radio Nordpol, Subversive Theorie & dem SÖZ Dortmund über zentrale Thesen aus der neuen Umsganze Broschüre.

Hier könnt ihr die ganze Broschüre lesen: Nichts ist unmöglich PDF herunterladen

Nulltarif jetzt! Mobilitätswende bleibt Handarbeit! 07/09/2021

Die Klimakrise nimmt unübersehbar dramatische Ausmaße an. Doch die Klimapolitik  steckt in einer Sackgasse. Die herrschende Politik reagiert stets mit mehr vom selben: mehr „Emissionshandel“, mehr „technische Lösungen“, mehr „grünes Wirtschaftswachstum“, mehr leere Versprechungen. Durch höhere Verbraucherpreise soll der Kapitalismus ökologisch werden – diesmal wirklich, ganz ehrlich. Derweil präsentiert sich die Internationale Automobilausstellung (IAA) in München in neuen „green-washed“ Gewand statt. Jedoch Individualverkehr und damit das Auto sind das signifikante Merkmal für eine kapitalistische, zunehmend neoliberale Gesellschaft des Jede/r gegen Jeden. Der automobile Kapitalismus bedeutet auch hierzulande eine weitgehende Ausgrenzung vieler Bürger*Innen, die immer stärker in das soziale Abseits gedrängt werden und beispielsweise durch Hochpreisigkeit des ÖPNV vom urbanem Leben ausgeschlossen werden.

Violetta Bock von der Kassler „Initiative Nahverkehr für Alle“ plädierte am 03.09.21 bei einer Veranstaltung von subversive-theorie.de, Naturfreunde Köln (naturfreunde-koeln.de), Students for Future Köln (sff-koeln.de) & Antifa AK Köln | Radikale Linke (antifa-ak.org) einen bundesweiten kostenlosen öffentlichen Nahverkehr. Aus einer öko-sozialistischen Perspektive erläutert sie die zentrale Notwendigkeit weg von der Antriebswende hin zu einer grundlegenden Mobilitätswende zu denken und zu handeln.

Deutschland Autoland?! – Von der Grube zur Verkehrswende! 06/09/2021

Am 03.09.2021 in Dortmund argumentierte Thomas Eberhardt-Köster von Sand im Getriebe und Attac-KoKreis für eine klimagerechte Mobilität für alle, in der der Verkehr der Zukunft nicht den Konzernen überlassen wird und stellte die Planungen für einen zivilen Ungehorsam bei der IAA in München von Sand im Getriebe vor.

Mitschnitt der Veranstaltung von Radio Nordpol unterstützt von SÖZ Dortmund – Für ein sozial-ökologisches Zentrum (xn--sz-fka.org) & subversive-theorie.de

Klima, Chaos, Kapital – ein Debattenbeitrag zur Klimagerechtigkeitsbewegung 06/09/2021

Immer wieder hören wir, wirksamer Umweltschutz und Kapitalismus könnten langfristig harmonieren. Doch die „Marktmechanismen“ haben weder den Ausstoß an Treibhausgasen gesenkt noch die Abholzung der Tropenwälder beendet, und sie werden es auch zukünftig nicht tun. Raubbau an den natürlichen Ressourcen und die Schädigung der Atmosphäre sind untrennbar verwoben mit der weltweiten sozialen Ungleichheit, mit Macht und Ohnmacht, Reichtum und Armut. Welche Gegenmaßnahmen wären notwendig? Welche Hindernisse stehen ihnen im Weg?

Über diese und weitere Fragen rund um die Kämpfe für eine Mobilitätswende im Rahmen der Proteste gegen die IAA in München, referierte und diskutierte Matthias Martin Becker mit Violetta Bock am 01.09.2021 in Köln bei einer Veranstaltung von subversive-theorie.de, & Antifa AK Köln | Radikale Linke (antifa-ak.org) & Naturfreunde Köln (naturfreunde-koeln.de).