Die queere Oval Office Bar in Bochum ist jeden letzten Samstag im Monat reserviert für Frauen, Lesben, Inter-, nicht-binäre, Trans* & Agender – Personen. Abgekürzt ergibt das die schöne Buchstabensuppe FLINTA*.
An diesem FLINTA*-Abend lädt Kathrin (eine*r der Kurator*innen der Bar), in unregelmäßigen Abständen Freund*innen & Genoss*innen zu einem kurzen Netzwerk-Info-Input ein. In einem kleinen Gespräch beschreiben die Eingeladenen in welchen Gruppen sie mitmachen, wie sie da hingekommen sind und welche Aktionsformen ihnen gefallen.
„10 Jahre nach der Selbstenttarnung des NSU in Eisenach bleiben nach wie vor viele Fragen offen. Die Politik versprach uns Familien eine vollständige Aufklärung, der sie leider nicht nachkamen.
Für mich ist die Aufklärung nicht zu Ende. Auch das Urteil des Oberlandesgerichts München hat meine Fragen nicht beantwortet. Ich möchte immer noch wissen, wer für den Mord an meinem Vater verantwortlich ist. Es geht nicht nur darum, wer selbst geschossen hat, sondern auch darum, wer Unterstützer, Helfer oder weiterer Mörder war. Ich will wissen, welche Helfer der NSU in Dortmund und anderswo hatte. Ich will wissen, warum die Morde und Anschläge nicht verhindert wurden. Ich will wissen, was Polizei und Verfassungsschutz wussten und warum deren Spitzel bis heute geschützt werden. Ich möchte, dass die NSU-Akten den Anwälten übergeben werden.
Und ich hoffe, dass zumindest das Urteil gegen André Eminger aufgehoben wird und er als volles Mitglied des NSU auch für das verurteilt wird, was er getan hat. Solange eine 100%ige Aufklärung nicht wenigstens versucht wurde, kann und werde ich damit nicht abschließen können.“
Interkulturelles Frauen Empowerment Netzwerk Silent University Ruhr
Über die Radiosendung
In der Sendung „Stimmen der Schweigenden Universität“ erzählen Frauen in eigenen Texten von Flucht, Heimat, Selbstfindung und Stärkung in der Gruppe. Die autobiographischen Texte und Aufnahmen entstanden in Workshops mit Mitgliedern des Interkulturellen Frauen Empowerment Netzwerks der Silent University Ruhr in Mülheim und als Teil ihres Projekts „The Story of our Lives Forum“. Die erste Workshop-Reihe 2020 war eine kreative Schreibwerkstatt in Richtung autobiographische Episoden; die fortführenden Workshops in 2021 bezogen hands-on Audiotechnik, Stimme und gesprochene Sprache in das autobiographische Erzählen und Schreiben mit ein. Im Juli fand eine erste öffentliche Lesung der Autorinnen im Ringlokschuppen statt. Die Aufnahmen in der Sendung entstammen den unterschiedlichen Situationen. Die Silent University ist eine international vertretene Plattform, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, „zum Schweigen gebrachtes Wissen hörbar werden zu lassen. Die Sendung erzählt auf Deutsch bzw. in deutscher Synchronisation.
Besetzung
Autorinnen: Bridget Fonkeu, Claire Hofmann, Diana Zaza, Lolita Agatep-Foy, Maha Zeidan, Mariam Mohammed Al-Ali, Nada Mahmoud, Safeiah Ahmad, Soltana Baku, Sediqi Übersetzungen Englisch/ Deutsch: Margarethe Lavier, Sigrun Rottmann, Claudia Wegener Workshops, Konzept und Leitung: Margarethe Lavier, Sigrun Rottmann, Claudia Wegener Technische Realisation Audio/Radio: Claudia Wegener/ radio continental drift Musik: Crystal DJ Kwe Favel Technik Event & Studio: Ringlokschuppen Ruhr Projektleitung: Bridget Fonkeu/Silent University Ruhr, Andrea Friedrich/ Ringlokschuppen Ruhr
Wie eine kritische Überwachung der Polizei als Widerstand gegen autoritäre polizeiliche und staatliche Strukturen richten? In der Diskussion zwischen drei eingeladenen Initiativen – Kameras-Stoppen.org aus Köln, NoCamDo aus Dortmund und copwatchGR aus Griechenland – werden konkrete Auswirkungen von polizeilicher Überwachung und autoritären, neoliberalen Strukturen sichtbar. So steht die Überwachung des Nordpols, öffentlicher Räume in Dortmund und Köln, hiesiges Racial Profiling, die Einschränkung von Versammlungsrecht und die Verschärfung des Polizeigesetzes in einem Kontinuum zu Angriffen der griechischen Polizei auf selbstverwaltete Räume und soziale Bewegungen wie Geflüchtete und von Rassismus Betroffene.
Was sind Wege des Widerstands gegen diese Situation? Was sind Möglichkeiten und Grenzen medialer Kampagnen, juristischer Wege, politischer Selbstorganisationen? Diese Fragen sind am 22.10. im Nordpol diskutiert worden. Der Podcast ist eine Dokumentation der Veranstaltung. Sie stellt den Auftakt einer längeren Auseinandersetzung mit Wegen des Widerstands und anderen Möglichkeiten sozialer Sicherheit.
Livestream – Nur während der Kundgebung verfügbar – 24.9. ab 16:45
Am 24.09. ist weltweiter Klimastreik! In Dortmund heißt es am Freitag #AlleFürsKlima, es wird richtig groß: Drei Laufdemos, vier Fahrraddemos und eine Abschlusskundgebung mit Livemusik um 17 Uhr auf dem Hansaplatz. Damit auch alle dabei sein können, gibt es einen Livestream ab 16:45 Uhr von Radio Nordpol. Wir kämpfen alle zusammen für das Klima!
#Relevante Systeme: Gespräch & Musik mit Menschen, die in relevanten Systemen agieren.
In der Sendung gibt es Interviews mit den Bewohner*innen des besetzten Hauses „OMZ- Obdachlose mit Zukunft“ im Kölner Süden. Musik mit und von Simon Rummel.
Im Rahmen der Parade des SÖZ „Für eine Stadt von unten! Für ein gutes Leben für alle!“ führte Schneckel ein aktuelles Interview mit dem OMZ über die Notwendigkeit von Freiräumen in Köln und Dortmund.
Auf der Parade am 10.09. werden euch die vier Floats vom Nordpol-SÖZ, vom Urban Guerilla Youth Kollektiv, vom Kollektiv Bauzaun und von den Naturfreunden Dortmund Nord bespielen. Jeder Float wird auch per stream übertragen, die ihr dann hier hören könnt.
Eigentlich wissen alle Bescheid: Es geht ums Ganze! An dieser Stelle wissenschaftliche Fakten zu den Folgen der globalen Erderwärmung auszubreiten, würde daher vom Problem eher ablenken. Die Menschheit fährt sehenden Auges auf ihre selbst produzierte Katastrophe zu. Schon hält die Kulturindustrie zahllose Darstellungen bereit, die einen unbewohnbaren Planeten zeigen. Bei Wall-E können sich bereits Kinder mit einer vollkommen zugemüllten Erde vertraut machen, und beim dystopischen Hollywood-Drama Interstellar können wir voller Spannung die NASA bei der Suche nach einem bewohnbaren Planeten begleiten. Der Milliardär Elon Musk und andere Raumfahrt-Incels arbeiten tatsächlich bereits an derartigen Plänen. Jemand hat mal gesagt, dass es einfacher ist, sich das Ende der Welt vorzustellen, als das Ende des Kapitalismus.
Die Klimakrise nimmt unübersehbar dramatische Ausmaße an. Doch die Klimapolitik steckt in einer Sackgasse. Die herrschende Politik reagiert stets mit mehr vom selben: mehr „Emissionshandel“, mehr „technische Lösungen“, mehr „grünes Wirtschaftswachstum“, mehr leere Versprechungen. Durch höhere Verbraucherpreise soll der Kapitalismus ökologisch werden – diesmal wirklich, ganz ehrlich. Derweil präsentiert sich die Internationale Automobilausstellung (IAA) in München in neuen „green-washed“ Gewand statt. Jedoch Individualverkehr und damit das Auto sind das signifikante Merkmal für eine kapitalistische, zunehmend neoliberale Gesellschaft des Jede/r gegen Jeden. Der automobile Kapitalismus bedeutet auch hierzulande eine weitgehende Ausgrenzung vieler Bürger*Innen, die immer stärker in das soziale Abseits gedrängt werden und beispielsweise durch Hochpreisigkeit des ÖPNV vom urbanem Leben ausgeschlossen werden.